Der Schweizer Fachkräftemangel Teil 2

von | Okt 10, 2018 | 0 Kommentare

Digitalisierung der Buchhaltung

 

Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich stark auf ein Total von über 30’000. Wie aus vom SECO veröffentlichten Informationen zur Lage des Arbeitsmarkts im Juli 2018[1] hervor geht.
 
Diese Tatsache – schon in sich selbst bedenklich – ist Teil der landesweiten Tendenz, dass es schwerer wird offene Stellen zu besetzen. Wie bereits im letzten Eintrag erläutert, ist ein Teil des Problems der akute Fachkräftemangel, der nun schon seit einigen Jahren stetig zunimmt. Laut einer Studie der Universität Zürich[2] ist das Treuhandwesen einer der am schwersten betroffenen Berufszweige. Was ist also zu tun?
 
Eine der Lösungen für dieses Problem sind die Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung von zeitintensiven Aufgaben eröffnen. Spezifisch für Buchhaltungsprozesse gibt es bereits hochentwickelte Softwareprogramme, die die Berechnungen äusserst präzise und korrekt automatisieren und staffeln, was den Personalaufwand stark reduziert.
 
Ist also die Digitalisierung das Ende der traditionellen Treuhandarbeit? Die Arbeit in der Finanzbranche hat mir gezeigt, dass Genauigkeit, Schnelligkeit und Aussagekraft der Finanzinformation erfolgsentscheidende Faktoren für das Gedeihen eines Unternehmens sind. Moderne Programme unterstützen gerade in diesen Aspekten den dokumentierenden und rechnenden Teil des Rechnungswesens, was dem Treuhänder eine überwachende Rolle ermöglicht.
 
Die Buchhaltung des 21. Jahrhunderts entfernt sich mehr und mehr von langwieriger Fleissarbeit und komplexen Rechnungsprozessen, wodurch sich dieses Berufsfeld zu einer werterhöhenden Beratungs- und Administrationsfunktion entwickelt. Dieser Freiraum lässt es zu, sich auf die wesentlichen Aufgaben zu konzentrieren und mehr auf die Kunden einzugehen.
 
Es steht ausser Frage, dass sich in Zukunft viele Prozesse noch weiter automatisieren lassen werden und somit dem Mangel an Fachkräften entgegengewirkt werden kann. Es ist und bleibt jedoch wichtig, dass man nicht zu voreilig alle Verantwortung an einen Computer übergibt, der sich lediglich auf Zahlen stützen kann. Der professionelle Umgang mit der aktuellen Technologie und das personalisierte Agieren spielt immer noch eine tragende Rolle.
 
Das Verständnis komplexer digitaler Strukturen eignet man sich heute bereits in der Jugend an und die Betriebswirtschaftslehre ist einer der beliebtesten Studiengänge für junge Erwachsene. Dem entsprechend sind alle Bereiche der Finanzbranche gut beraten auf die Talente der kommenden Generation einzugehen um ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen.
 
Mit der beschleunigten Weiterentwicklung unserer Technologie, lassen sich zwar vielleicht die momentanen Hürden meistern, aber Flexibilität und die Fähigkeit auf dem neusten Stand zu bleiben, werden dadurch für jedes Unternehmen zu überlebenswichtigen Eigenschaften.
 
Wir Älteren bauen auf die kommende Generation, um uns in diesen Bereichen unterstützend zur Seite zu stehen. Die Gewinner handeln jetzt, der Wettbewerb steht im Abseits.
 
 

[1] https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/seco/nsb-news.msg-id-71769.html

[2] http://www.stellenmarktmonitor.uzh.ch/de/indices/fachkraeftemangel.html

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