Der Schweizer Fachkräftemangel Teil 1

von | Okt 3, 2018 | 0 Kommentare

Entwicklung des Arbeitsmarkts

 
Laut einer Studie der Universität Zürich[1], werden der Schweiz bis 2030 rund eine halbe Millionen Arbeitskräfte fehlen.

 

Dieser akute Mangel an Arbeitskräften, besonders Fachkräften, könnte tiefgreifende Folgen für den Schweizer Arbeitsmarkt haben. Es wird nicht bis 2030 dauern, dass sich abzeichnet welche Bereiche davon am stärksten betroffen sind. Die Entwicklung ist schon heute in vollem Gange. In der Deutschschweiz mangelt es in vielen Berufszweigen an Fachkräften, unteranderem Techniker, Treuhänder, Humanmediziner, Ingenieure und Informatiker weisen bereits grosse Defizite auf.
 
Der Kern des Problems liegt in der Demographie. Die Lücke zwischen Arbeitnehmern, die sich pensionieren lassen und jenen die das Arbeitsalter erreichen ist über die letzten Jahre stetig gewachsen, was die Situation in Zukunft noch weiter verschärfen wird.
 
Es spricht jedoch nicht viel gegen konstruktive Lösungen. Die digitale Revolution schreitet immer schneller voran und Unternehmen gehen auf die wandelnden Umstände ein. Die Digitalisierung könnte die Abhängigkeit der Arbeitgeber von einer grossen Arbeiterschaft, durch die zunehmende Automatisierung von repetitiven und zeitintensiven Arbeitsprozessen, drastisch reduzieren. Auch das Outsourcen von Administrativen Funktionen ist sehr gefragt, da es Kosten einspart und es einem ermöglicht sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.
 
Grundsätzlich sind solche technischen Neuerungen im Arbeitsumfeld auf zwei Arten zu interpretieren. Als Steigerung der Effizienz, sei es die finanzielle oder zeitliche und als Gefahr für den Arbeitnehmer, da dieser in vielen Bereichen von moderner Technik ersetzt werden könnte. Im derzeitigen demographischen Wandel erscheint nur die erste Sicht zielführend. Allerdings entsteht eine Vielzahl neuer Herausforderungen.
 
Der Bundesrat ist sich dieser Probleme ebenfalls bewusst und hat bereits im Herbst 2017 einen Beschluss[2] verabschiedet, der sowohl auf die Digitalisierung als auch den Fachkräftemangel eine Antwort sein soll. Die Weiterentwicklung des Sozialversicherungsrechts und der Bildung in der Schweiz stehen im Fokus dieser Lösung. Das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) wurde veranlasst einen neuen Förderschwerpunkt auf Grundkompetenzen am Arbeitsplatz zu setzen und bis Ende 2019 soll das Eidgenössische Departement des Inneren (EDI), in Zusammenarbeit mit mehreren anderen Institutionen, die Notwendigkeit einer Flexibilisierung im Bereich der Sozialversicherung prüfen und mögliche Vorgehensweisen ermitteln.
 
Falls ein stabileres und flexibleres Sozialversicherungssystem umgesetzt wird, werden hochqualifizierte junge Arbeitnehmer, die bereits heute die Balance zwischen Leben und Arbeiten anders einstufen als ihre Eltern, in Ihrer Verhandlungsposition bei der Jobsuche weiter bestärkt. Unternehmen werden ihre Arbeitsweise anpassen müssen, um ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen, da die qualifizierten Arbeitnehmer nach mehr suchen, als einer Festanstellung.
 
In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie gut der Schweizer Arbeitsmarkt den Wandel meistern wird. Aber eines ist klar, kompetente Planung und der Wille zur Veränderung wird in Zukunft der Schlüssel zum Erfolg sein.
 
 
[1] Fachkräftemangel-Index Schweiz, 23.05.2018: https://www.stellenmarktmonitor.uzh.ch/de/indices/fachkraeftemangel.html

[2] Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juli 2018, 09.08.2018: https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-68708.html

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